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KW 7/02: Vorträge und Poeten-Wettstreit.

Vortrag des Marketing-Club - Vortrag der Gesellschaft für Arbeitsmethodik - Poetenwettstreit "Poetry-Slam" in Erlangen.

Event-Vorschau für nächste Woche:

Was: Vortrag über "Das Produkt ist im Regal, die Marke ist im Kopf"
Modelle globaler und lokaler Markenführung am Beispiel der Henkel KGaA, Düsseldorf
Wer: Marketing-Club Nürnberg e. V.
Wann: Montag, 18.02.02, Beginn: 18.30 Uhr
Wo: Nürnberger Akademie, Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg
Kosten: 20,00 EUR für Gäste
Info: www.marketingclub.com

Was: Vortrag über "Stimme im Business"
Wer: Gesellschaft für Arbeitsmethodik e. V.
Wann: Dienstag, 19.2.02, Beginn: 19.30 Uhr
Wo: Hotel Albertinum, Am Wolfsmantel 14, 91058 Erlangen-Tennenlohe
Kosten: 10,00 EUR für Gäste
Info: www.gfa-nuernberg.de

Poetry-Slam - ein Poetenwettstreit!

Poetry Slam [(to) slam (engl.): zuschlagen; zerschmettern; Volltreffer; Schlagabtausch]

Konkret: Poetry Slam in Erlangen
Seit Sonntag, den 20. Januar 2002, wird es jeden dritten Sonntag im Monat einen Poetry Slam im Erlanger E-Werk (Kellerbühne) geben.

Was: 2. Poetry-Slam in Erlangen
Wer: Poetry-Slam
Wann: Sonntag, 17.2.02, Beginn: 20.30 Uhr
Wo: E-Werk Kulturzentrum GmbH, Kellerbühne, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen
Kosten: 5,00 EUR
Info: www.e-poetry.de
Info: www.e-werk.de

Pro Veranstaltung werden ca. 10 Poeten auf die Bühne treten, zum Teil vorher festgelegt oder aus anderen Slam-Städten eingeladen, zum Teil aus einem Los-Topf gezogen, in welchen sich interessierte und mutige junge Dichter/-innen zu Beginn der Slam einwerfen lassen können.

Jede(r) Vortragende hat für seine Performance 8 Minuten Zeit, die Art und Weise des Vortrags bleibt völlig ihm überlassen, frei oder vom Blatt, leicht oder schwermütig, anspruchsvoll oder lustig, konservativ oder progressiv, provokativ oder nach den gängigen literarischen Trends, einstudiert oder improvisiert, Lyrik oder Prosa oder beides, in jeder beliebigen Sprache und Lautstärke. Nur Hilfsmittel respektive Kostüme o.ä. sind nicht erlaubt, auch auf Gesang sollte verzichtet werden.

Es wird zwei Runden zu jeweils fünf Poeten geben, das Publikum bestimmt per Applaus insgesamt zwei Rundensieger, die dann im Finale noch einmal aufeinander treffen.

Moderation: Jan Siegert (Stuttgart) und Steffen Bremmert (Eichstätt)

Phänomen Poetry Slam – Ursprung und Geschichte

Chicago:
Geburtsort des Phänomens ist der legendäre „Green Mill Jazz Club“ in Chicago, wo 1987 der Bauarbeiter Marc Kelly Smith den ersten „Poetry Slam“ aus der Taufe hob.

Smith hatte schon seit seiner frühen Jugend Gedichte geschrieben, meist zu den Klängen von Blues oder Jazz. Um sich von seinen harten Arbeitstagen auf der Baustelle zu erholen, vertrieb er sich die Abende mit literarischen Lesungen unterschiedlichster Art, in Buchläden, Bibliotheken, Universitäten und ähnlichen kulturellen Einrichtungen, doch nichts vermochte seiner Begeisterung für Literatur, wobei er besonders zu zeitgenössischer Lyrik tendierte, Rechnung zu tragen.

„Ich sog alles auf, was ich bekommen konnte. Und dies nicht aus Bildungsgründen. Mich interessierte vor allem der Umgang mit Sprache und die damit verbundenen Gefühle, die ein Gedicht bei mir und anderen auszulösen in der Lage war. Was ich jedoch niemals verstehen konnte, war die Art der Textvorträge und die Orte, an denen sie abgehalten wurden.

Wie konnte jemand etwas, was ihm offensichtlich wichtig erschien, derart schlecht vorbereitet vortragen, und dieses dann auch noch häufig in der sterilen Atmosphäre eines nüchternen weißen Raums mit Stuhlreihen, ohne Bar, ohne flairerzeugende Beleuchtung, ohne die Möglichkeit, den Rest des Abends angenehm miteinander verbringen zu können.

Hier hinkte die Dichtkunst den von mir ebenfalls geliebten Jazz- und Blueskonzerten in Chicagos Clubs noch um Meilen hinterher. Die Zeit machte neue Schritte nötig“, sagte Marc Smith dem Bayrischen Rundfunk anlässlich eines Besuches des Münchner Slams, der es seit 1996 existiert.

Smith begann Anfang 1985, seiner Unzufriedenheit mit den vorherrschenden Literaturformaten Taten folgen zu lassen, indem er die „Get Me High Lounge“ im Süden der Stadt zu einem Club für neue Poetry-Formen umbaute.

Dort begann er mit sogenannten „Pong Jams“ (sprachliche Kreuzung aus Poem und Song), und fand sich bald einem schnell wachsenden Publikum gegenüber. Zusammen mit einer ständig wachsenden Zahl junger Dichter führte er die Idee fort
und kam schließlich zum heute gültigen System des Poetry Slam:

Eine Anzahl von 8 - 10 Poeten pro Abend trägt in einer per Losentscheid gezogenen Reihenfolge ihre Werke vor, wobei das Publikum entweder per Applaus oder in Form einer aus dem Publikum gebildeten Jury (Noten von 0 bis 10) zwei Favoriten bestimmt, die dann noch einmal im Finale um die Gunst der Zuhörer und –schauer buhlen.

Chicago wurde damals zu einem Sammelpunkt für junge Dichter und Poeten, schnell wurde die bis heute verwendete Bezeichnung „Performance-Poet“ gängig.

Weltweit:
Eine nationale Bewegung fand ihren Anfang, 1993 existierten bereits in 19 Staaten der USA Poetry Slams, und schnell wurde die Sache international - weltweit entstanden Ableger, Poetry Slams rund um den Erdball: Zuerst Kanada, Schweden, Holland, Deutschland, Dänemark, Japan (im Shinjuku Bahnhof in Tokio erstmals Open air) und sogar seit 1996 ein siebensprachiger Slam in Jerusalem, später folgten dann Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Spanien, Brasilien, Osteuropa und Russland.

Poetry Slam in Deutschland

Auch in Deutschland ist der Erfolg des Poetry Slams nicht zu bremsen. Mund-zu-Mund-Propaganda sorgt fast immer für steigende Publikumszahlen, wer einmal einen regulären Poetry Slam besucht hat, will meistens mehr, bringt beim nächsten Slam-Besuch oft Freunde mit, und auf diese Weise kommen immer wieder neue Dichter/-innen hinzu, die sich irgendwann eventuell entscheiden, selbst einmal auf die Bühne zu treten.

In München oder Stuttgart beispielsweise sind die Slams auch ohne großen Promotion-Aufwand jedes Mal ausverkauft. Keine andere Veranstaltung schafft es, Kunst und Unterhaltung auf solch einzigartige Weise zu vereinen, literarische Inhalte so direkt zu vermitteln, den Nerv der Zeit so genau zu treffen, weshalb sich auch Magazine wie Spiegel, Focus und Stern bereits ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben.

Ferner erhält der Künstler auf der Bühne das Feedback, welches seine Werke zu zeitigen vermochten, direkt und schonungslos – bei einem konstruktiven Umgang mit den beobachteten Reaktionen ist eine deutliche Verbesserung der eigenen Fähigkeiten (literarisch und/oder performance-technisch) möglich.

1999 listete das Musikmagazin Intro bereits 30 deutsche Städte auf, die einen eigenen Poetry Slam zu bieten hatten, mittlerweile sind es 120 Städte, die einmal pro Jahr ihre erfolgreichsten (in der Gunst des Publikums) Poeten zum German International Poetry Slam senden, der Endausscheidung in Sachen Performance-Poesie (alle deutschsprachigen Länder schicken die Vertretungen ihrer Städte) um so jährlich den besten Einzelperformer und das beste Poeten-Team zu küren.

2001 fand der 5. GIPS in Hamburg statt, begleitet von starker Medienpräsenz, 2002 wird er im schweizerischen Winterthur abgehalten werden.

Hinweis:
Der Poetry-Slam wird mit ergänzenden Buch-Tipps auch in unserem Kunst-Bereich vorgestellt.


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