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KW 28/17: Probefahrten mit Mittelmotor-Coupes.

Von 2001 bis 2004 hatte ich einen Porsche Boxster, dessen Fahrverhalten aufgrund seines Mittelmotor-Konzeptes großartig war. Seit 2005 der Porsche Cayman und 2009 der Lotus Evora rauskamen, beobachte ich deren Entwicklung und bin jetzt beide Modelle gefahren.

Der 718 Porsche Cayman S mit PDK

Mein Bezug zur Marke
Wie gesagt, hatte ich von 2001 bis 2004 einen Porsche Boxster (Typ 986) und beobachte seitdem auch das Modell Porsche Cayman, seit dieser 2005 rauskam. In diesem Zusammenhang besuche ich regelmäßig das Porsche Zentrum Nürnberg und lese deren Magazine Porsche Times sowie Porsche Christophorus.

Das Design (außen)
Bei allen Produkten, für die ich mich interessiere, ist für mich das Design am wichtigsten. Danach kommen Qualität, Zweckmäßigkeit und zum Schluss der Preis. Bei allen 3 Cayman-Generationen finde ich das Design-Konzept zwar interessant, aber es konnte mich bis heute nicht so richtig begeistern. Anders als beim Boxster finde ich es beim Cayman schwierig, dass Heck tief und breit aussehen zu lassen. Daher wurde auf unterschiedliche Weise mit einem Heck-Spoiler experimentiert. Während er in der ersten Generation noch zwischen den Heckleuchten verbaut war, so ging er in den letzten beiden Generationen in die Heckleuchten über. Die Design-Idee finde ich zwar gut, aber mir gefiel bei meinem Boxster besser, dass der Heckspoiler zunächst unsichtbar war und erst bei einer bestimmten Geschwindigkeit herausfuhr. Obwohl mir die aktuellste Version des Cayman am besten von allen dreien gefällt, so mag ich runde und fließende Kurven lieber als scharfe Kanten und der senkrecht stehende Porsche-Schriftzug am Heck ist mir im Gegensatz zum Lotus Evora zu prägnant.

Der Innenraum
Ich finde ihn schlicht und zweckmäßig. Das Hartplastik wirkt wenig wertig, sodass ich wie in dem von mir gefahrenen Wagen immer das belederte Armaturenbrett bestellen würde. Auf der Mittelkonsole sind mir zu viele kleine Schalter und ich bin neugierig, ob bei der nächsten Cayman-Generation das Mittelkonsolen-Konzept aus dem neuen Panamera übernommen wird, welches moderner und zeitgemäßer wirkt.

Das Fahrverhalten und Getriebe
Normalerweise würde ich niemals ein Auto mit Automatik kaufen, sondern immer einen Handschalter vorziehen. Das liegt daran, dass ich es nicht mag, wenn eine Maschine eingreift und mit dem Automatik-Hebel komme ich auch irgendwie nicht so richtig klar. In diesem Wagen war das 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe PDK verbaut, welches sich mit Paddles am Lenkrad schalten ließ. Ich fand es zwar etwas störend, dass die Gänge so lautstark eingelegt wurden, aber es war interessant, diese Option des schaltens mal zu testen. In der Stadt ist es komfortabler, die Automatik im Stop-und-Go-Verkehr schalten zu lassen und bei zügigeren Kurven-Fahrten hat es den Vorteil, dass man die Hände zum schalten nicht vom Lenkrad nehmen muss. Die Straßenlage in den Kurven ist immer noch so gut, wie ich es von meinem Boxster her kenne und der Cayman ist einfach zu fahren, was einem ein sicheres Gefühl gibt. Die Lenkung fand ich aber etwas zu leichtgängig und extrem nervig finde ich die Start-Stop-Automatik, die den Motor an der Ampel ausschaltet, was sich zum Glück aber deaktivieren lässt.

Der Klang
Hier war ich anfänglich irritiert, denn es klang irgendwie nach einem sirren, was ich für einen Sportwagen unpassend fand. Im Sport-Modus mit offenem Klappen-Auspuff klang es dann aber gut.

Die Alltags-Tauglichkeit
Wie schon der Boxster ist auch der Cayman durch den leichten Einstieg sowie Kofferräumen vorne und hinten sehr alltagstauglich. Klasse finde ich die Handy-Integration mittels „Apple Car Play“ und für mich würde sich der Cayman schon alleine wegen des Soundsystems von Burmester reizen, welches in diesem Wagen aber nicht verbaut war.

Ausstattung und Preis
Der Cayman ist in der aktuellen Generation der günstigste Porsche und fängt bei 52.694 EUR an. Allerdings ist dann auch so gut wie nix drin. In meiner Wunsch-Konfiguration komme ich beim normalen Cayman auf 79.629,65 EUR und der hier gefahrene Cayman S kam sogar auf 90.589,55 EUR, wobei noch einiges an Ausstattung möglich wäre.

Daten und Fakten

  • Breite mit Außenspiegeln: 1.994 mm
  • Kofferraum-Volumen: 425 Liter
  • Leergewicht: 1.430 kg
  • PS: 350
  • Beschleunigung von 0-100 km/h: 4,6 s
  • Bremsen von 200 km/h-0: 4,9 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 285 km/h

Mein Fazit
An der Marke Porsche schätze ich die Perfektion, die sich außer beim Auto, auch beim Verkaufsraum, den Unterlagen und dem Service bemerkbar macht. Darüber hinaus gefällt mir, dass Porsche sehr innovativ ist und das beispielsweise beim aktuellen Targa-Dach (991), dem Supersportwagen 918 Spyder oder dem LMP1-Rennwagen 919 Hybrid entwickelt und umgesetzt wird, was technisch machbar ist. Das Fahrverhalten und die Alltagstauglichkeit sind perfekt. Beim Design bin ich mir noch unschlüssig und an sich fehlt mir irgendwie immer noch der „Will haben“-Faktor.

Weitere Informationen

Vielen Dank an
Walter Kreuziger vom Porsche Zentrum Nürnberg für das zur Verfügung stellen. Kontakt: Porsche-Zentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen, Erlanger Straße 150, 90425 Nürnberg, Telefon: +49-911-95169-22, eMail: walter.kreuziger@porsche-nuernberg.de, Website: www.porsche-nuernberg.de

Das gesamte Foto-Album anschauen oder beim ersten Bild des Porsche 718 Cayman S beginnen.

Der Lotus Evora 400 mit IPS

Mein Bezug zur Marke
Die erste Generation des Lotus Evora bin ich kurz nach dessen Erscheinen am 20. August 2009 bei dem Lotus-Händler Exklusive Kollektion in der Zeitenströmung in Dresden Probe gefahren. Der Evora hat mich damals zwar nicht komplett überzeugt, aber er und die Marke Lotus faszinieren mich seitdem so sehr, dass ich mir nicht nur Mitte 2012 den Bild-Band und die DVD über den Produktions-Prozess zugelegt und in meinem Blog vorgestellt habe, sondern auch neugierig auf den aktuellen Lotus Evora 400 war.

Das Design (außen)
Aufgrund der Bilder war ich zunächst skeptisch, ob das Design der aktuellen zweiten Generation, besonders hinten, nicht etwas zu extrem geworden ist, aber live gefällt er mir richtig gut und er ist im Vergleich zum Vorgänger nicht breiter geworden. Im Vergleich zum Cayman ist er sogar 10 cm schmaler, was für mich mittlerweile ein sehr wichtiger Wert ist, denn die Autos werden immer größer und passen dadurch immer schwieriger durch meine Hof-Einfahrt, in meine Garage oder in die Parkplätze von Parkhäusern.

Der Innenraum
Während ich mich im recht großen Innenraum des Caymans anfangs etwas verloren gefühlt habe, war es im Evora genau richtig. Sehr gut gefällt mir, dass es hier wenig Knöpfe gibt und das auf den Schalthebel konsequent verzichtet wurde, da es auch hier ein Automatik-Getriebe mit Schalt-Paddles gibt (IPS). Der Seitenschweller ist etwas schmaler geworden, was den Einstieg erleichtert, aber es wird immer noch ein eher mäßiges Navigations-System von Alpine verbaut. Der Evora ist zwar der einzige Mittelmotor-Wagen mit 2+2 Sitzen, aber die Rückbank ist aufgrund der fehlenden Kopf- und Bein-Freiheit nur für Gepäck nutzbar. Dadurch wird jedoch die Alltags-Tauglichkeit auf ein ausreichendes Maß erhöht. Das Alcantara-Interior mit den gelben Kontrast-Nähten und die Plakette „Handbuilt in England by“ haben mir sehr gut gefallen.

Das Fahrverhalten und Getriebe
Wie gesagt, war hier wie auch beim Cayman (PDK) ein Automatik-Getriebe (IPS) verbaut. Während mir beim Cayman die Gänge zu laut eingelegt wurden, so störte mich hier das laute klacken bei den Schalt-Paddles. Beim Cayman schrieb ich oben schon, dass ich den Automatik-Modus (eigentlich) hasse und die Schalt-Paddles ein akzeptabler Kompromiss sind. Überraschend fand ich, dass mir das schalten über die Paddles beim Cayman gut gefiel, weil ich die Hände nicht mehr vom Lenkrad nehmen musste und beim Evora habe ich mich sogar mal komplett auf die Automatik eingelassen. Hierbei zeigte sich, dass diese genau passend rauf und runter schaltet und letzteres noch mit hörbaren Zwischengas-Stößen begleitet, was toll klang und wirklich Spaß machte. Die Lenkung war im Vergleich zum Cayman deutlich schwergängiger, was ich angenehm fand.

Der Klang
Der Evora klingt im Gegensatz zum Cayman von Anfang an nach einem Sportwagen und während ich im Cayman den Klappen-Auspuff immer offen hatte, habe ich beim Evora die Möglichkeit genutzt, den in Wohnsiedlungen auch mal zu schließen.

Die Alltags-Tauglichkeit
Das Kofferraum-Volumen beträgt nur bescheidene 160 Liter, aber das dürfte für den Supermarkt-Einkauf reichen und für Reisen lässt sich das Gepäck prima auf der Rückbank verstauen.

Ausstattung und Preis
Während sich die erste Generation des Evora noch auf dem Preis-Niveau des Cayman befand, so beginnt der Evora 400 bei stolzen 96.000 EUR. Damit ist er aber billiger als der günstigste 911er auf dessen Leistungs-Niveau er sich befindet. Im Gegensatz zum Cayman bietet die Liste der Sonder-Ausstattungen (wie auch bei meinem aktuellen Abarth 124 Spider) nur wenige Punkte, was ich schöner finde, als endlos lange Options-Listen zu prüfen.

Daten und Fakten

  • Breite mit Außenspiegeln: 1.848 mm
  • Kofferraum-Volumen: 160 Liter
  • Leergewicht: 1.395 kg
  • PS: 406
  • Beschleunigung von 0-100 km/h: 4,2 s
  • Bremsen von 200 km/h-0: 4,8 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h (Automatik)

Mein Fazit
Die erste Generation des Evora fand ich etwas untermotorisiert, mich störte der breite Seitenschweller und das mäßige Navigations-System. Beim Evora S fand ich des Diffusor optisch zu prägnant und der Evora 400 scheint perfekt zu sein, wobei ich das Navigations- und Sound-System noch nicht getestet habe. Schwierig fand ich in den letzten Jahren, dass der Händler nur eine Niederlassung in Dresden hatte, aber mittlerweile sind Standorte in München und im Nürnberger Ofenwerk hinzugekommen. Die Verkaufsräume und die Unterlagen sind deutlicher weniger wertig, als bei Porsche, aber dafür begeistert mich der Evora optisch deutlich mehr als der Cayman. Bei Lotus gefällt mir neben dem Exoten-Status auch die Prämisse des Gründers Colin Chapman, der konsequent auf Leichtbau und die Reduktion auf einen puristischen Sportwagen setzte, was mir ja auch an meinem Abarth 124 Spider so gut gefällt.

Weitere Informationen

Vielen Dank an
Sebastian Schwertner von Lotus Nürnberg für das zur Verfügung stellen. Kontakt: Lotus Nürnberg, Klingenhofstraße 72, 90411 Nürnberg, Telefon: +49-911-6250014, eMail: sebastian.schwertner@exklusive-kollektion.de, Website: www.lotus-nuernberg.de

Das gesamte Foto-Album anschauen oder beim ersten Bild des Lotus Evora 400 beginnen.


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